Trauma vs Traumafolgestörungen
Das Wort ‚Trauma‘ hat aus es aus der Tabu-Zone geschafft und ist im Mainstream angekommen. Dass es dort sehr undifferenziert verwendet wird ist ein unglücklicher Nebeneffekt.
Ich möchte heute einfach mal eine der Differenzierungen anbieten.
Trauma kann man erstmal (vereinfacht) in zwei große Kategorien einteilen:
- Ein körperliches Trauma durch z.B. einen Unfall. Krankenhäuser haben meist eine Abteilung in der diese Art Traumata versorgt werden und diese Abteilungen haben dann auch oft das Wort ‚Trauma‘ im Namen. Das Trauma eines gequetschten Beines durch einen Autounfall, wird dann in so einer Traumaabteilung versorgt und im besten Fall erhalten und wiederhergestellt.
- Ein psychisches Trauma, dass durch Gewalt, Unfälle, Katastrophen, Kindheitssituationen usw. entsteht.
Je nach Kontext, ist also zu unterscheiden, ob es sich um ein körperliches oder seelisches Trauma handelt. Natürlich kann das eine mit dem jeweils anderen einhergehen.
Wenn wir von einem seelischen Trauma sprechen, dann ist in vielen Fällen das traumatisierende Ereignis in der Vergangenheit. Zum Beispiel liegt der Überfall in der Vergangenheit oder die belastende Kindheit liegt in der Vergangenheit. Diese Ereignisse oder Situationen waren das Trauma oder die Traumatisierung.
Wenn Menschen dann später unter diesem Trauma leiden, dann spricht man von Traumafolgestörungen. Das traumatisierende Geschehen liegt in der Vergangenheit und die Folgestörungen belasten die Gegenwart.
Das heißt, wenn Menschen heute mit Symptomen, die durch eine Traumatisierung entstanden sein können, in die Therapie oder traumasensible Begleitung gehen, dann richtet sich die Behandlung auf das, was sich in Körper und/oder Seele durch das Trauma verändert hat. Wo zum Beispiel das Nervensystem auf Ereignisse anders reagiert, als das vor dem traumatisierenden Ereignis der Fall war.
Ob jemand durch ein Ereignis traumatisiert wird oder es als belastendes Lebensereignis integrieren kann und keine Folgestörungen entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab.
Allerdings gibt es heute eine sehr gute Studienlage dazu, dass bestimmte Faktoren in der Kindheit es wahrscheinlicher machen, durch ein schwieriges Erlebnis traumatisiert zu werden.